Nichtalltägliches aus dem Alltag aus dem Leben eines Beamten – Martin Schörle

Nichtalltägliches ...

Abenteuer Theaterstück

Martin Schörle schrieb mich auf Facebook an und bot mir an, sein o.g. Buch zu lesen. Er bat mich, die Leseproben zu studieren und erst danach zu entscheiden, ob ich interessiert. Gesagt-getan. Als ich in den Leseproben stöberte, fiel mir ein, dass das Lesen von einem Theaterstück gar keine Premiere für mich ist. Harry Potter und das verwunschene Kind ist ja auch als Theaterstück verfasst. Kommen wir aber jetzt zum Buch von Martin Schörle. Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten enthält zwei Stücke.

Kurzzusammenfassung:

Der kabaretteske Monolog »Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten« beschert dem geneigten Leser Einblicke in das Leben des Vollblutverwaltungsgenies Hans Fredenbek, der sich in seinem ganz eigenen Gedankengewirr aus Aktenzeichen, Dienstverordnungen, statistischen Erhebungen zusehends verheddert. Es wird deutlich, dass er sich von dem Leben jenseits seines Büros nahezu völlig verabschiedet hat. Vor allem aber wird schonungslos aufgedeckt, dass es zwischen Slapstick und Tragik eine Nahtstelle gibt. Und dass diese Nahtstelle einen Namen hat. Und dass dieser Name Hans Fredenbek ist. Mit einer Lesung aus seinem Stück war Schörle 2008 beim Autorenwettbewerb »Perlen vor die Säue« im Literaturhaus Hamburg erfolgreich (2. Platz von acht Finalteilnehmern aus insgesamt rund 100 eingereichten Beiträgen). Das Stück wurde außerdem im Rahmen der »Hamburger Theaternacht« als offizieller Beitrag des Hamburger Sprechwerks von »Caveman« Erik Schäffler auszugsweise gelesen. – »Einladung zum Klassentreffen« In ihrer Schulzeit hatten Marina und Carsten eine Liebesbeziehung. Nach 20 Jahren soll ein Klassentreffen stattfinden. So meldet sich Carsten, einer der Initiatoren, auch bei Marina, deren Leben nach Schicksalsschlägen zeitweilig aus den Fugen geraten war. Die gemeinsame innige Zeit ist für sie längst Vergangenheit, ein Früher. Aber an Carstens Gefühlen hat sich anscheinend nichts geändert. Sein Anruf weckt auch bei Marina Erinnerungen. Das unverfänglich begonnene Telefonat führt beide in ein Wechselbad der Gefühle … Inhaltlich eine Liebesgeschichte wagt das Stück den Spagat zwischen Komik & Tragik, Lachen & Weinen. »Einladung zum Klassentreffen« wurde vom Publikum beim Wettbewerb »Stücke Schießen – Neue Dramatik. Neue Autoren. Neue Theatertexte« der Theaterliga zum Gewinnertext gekürt und erreichte bei der Spielplanwahl 2012/2013 des Thalia Theaters Hamburg den 8. Platz.

Quelle: Amazon

Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten

Was mir bereits beim Schnuppern in der Leseprobe auffiel, war die große Häufigkeit von überlangen Sätzen. Normalerweise tue ich mich schwer einen Text zu lesen in dem ich nicht in gewisser Regelmäßigkeit mit Punkten am Satzende beliefert werde. Im Falle des Beamten Hans Fredenbek blieb mir genügend Zeit, mich an den Schreibstil zu gewöhnen, als er nach dem Radiergummi sucht, der immer an seinem Platz zu liegen hat. Bereits in dieser Szene lernt man zu verstehen, wie der Beamte so tickt. Wer erfahren möchte, warum Hans Fredenbek Radiergummis mit Frauenkörpern vergleicht und warum er im Urlaub Zeit damit verbringt ein Bahnhofsklo mit Vorsatz zu blockieren – Diesen Teil hab ich sehr genossen und heftig geschmunzelt. Wer zudem wissen möchte, weshalb VBB (Vollkommene Beamtenbefriedigung) ein wunderbares und erstrebenswertes Tagesziel ist, wie ein eingefleischter Beamte über Beamtenhasser denkt und wie er seine Annäherungsversuche an eine Kollegin zunächst akribisch plant, ist hier goldrichtig. Sehr oft habe ich laut aufgelacht, wenn Hans Fredenbek sein Verhalten, dass für ihn keineswegs seltsam ist, mit witzigen und scharfen Worten erklärt. Es dauerte nur eine kurze Weile, bis ich die Geschichte des Beamten Fredenbek auch als Stück im Kopf vor Augen hatte.

Einladung zum Klassentreffen

Beim Titel des zweiten Stückes musste ich natürlich zuerst an meinen Roman Ohne Hintern wär ich sexy, der ebenfalls mit einer Einladung zum Klassentreffen beginnt. In Martin Schörle Version beginnt die Geschichte mit einem Telefonat, in dem Carsten seine Klassenkameradin Marina zum Treffen einladen möchte. Das Stück ist ausgenommen von kurzen Angaben zu Bühnenbild usw. ausschließlich im Dialog geschrieben. Und was soll ich sagen? Ich liebe Dialoge, sie fetzen und treiben die Story voran. Beschwingt erfährt man von zurückliegenden Lebensereignissen der beiden Klassenkameraden von mehr als zwanzig Jahren, und davon, wie sie in der Schulzeit zueinanderstanden. Das stetige hin- und herwerfen der Bälle im Gespräch zwischen Carsten und Marina ist wunderbar zu verfolgen und ich kann die Menschen verstehen, die ihre Mailadresse hinterlassen möchten (Wird verstanden, wenn man es gelesen hat ) Mehr möchte hier gar nicht zum Theaterstück Einladung zum Klassentreffen verraten, außer dass er wirklich super zu lesen ist.

Fazit

Das Abenteuer Theaterstück hat sich für mich gelohnt. Beide Geschichten sind interessant, lassen schmunzeln und bringen die Akteure nah. (Ob man Hans so nah bei sich haben möchte, muss jeder selbst entscheiden *grins*. Carsten und Marina (und auch die Personen aus dem Off) hatten mich sofort und die Geschichte war in rasantem Tempo ausgelesen. Ich vergebe viereinhalb von Fünf Daumen für das Buch, ich hätte ein mehr an Textlänge gewünscht, besonders, was sich im Klassentreffen-Stück noch hinter der Wohnungstür ereignet hat. Da muss ich mich nun eben auf meine Fantasie verlassen. Mancher Satz hätte mir etwas kürzer gefallen, aber dies ist und bleibt die persönliche Meinung eines Satzzeichenfans :-) .

x 4,5

Vielen Dank an Martin für die Bereitstellung des Buches und der schönen Widmung.

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Dankeschön und Abschied von always-sunny.de

Dankeschön und Abschied von always-sunny.de,

Bye,bye, Tschüssi und Adieu,

Ihr Lieben,
schon seit längerer Zeit habe ich darüber nachgedacht das Blog always-sunny.de zu schließen. Heute spreche bzw. schreibe ich es euch offiziell, Zeit für den Abschied. Neben meiner Autoren-Homepage und dem Buch-Blog Gib-mir-worte (zu denen ich im Moment fast auch nicht mehr komme), ist mir das Betreiben einer dritten Seite zu viel. Auch die ständigen Neuerungen in Sache DSV spielten ein wenig mit in die Entscheidung mit ein, allerdings nicht ausschließlich. Einige Artikel werde ich auf die beiden anderen Blogs verteilen, andere werden ganz verschwinden.

Ein riesengroßes Dankeschön an euch

darf an dieser Stelle nicht fehlen. Ich hatte jede Menge Spaß und eine tolle Zeit mit euch und euren Blogs. Mit einem fetten Lächeln im Gesicht denke ich an viele, viele Jahre Blogparaden zurück, bei denen ich entweder auf euren Blogs teilgenommen habe, oder die ich hier veranstaltet habe. Sonntags-Schnapp-Schuss, Sonntags-Rätsel, Punkt, Punkt, Punkt etc. waren einfach toll und das nur dadurch, dass ihr euch so fleißig beteiligt habt. An dieser Stelle werde ich fast wehmütig, aber man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist. Mit vielen von euch habe ich mittlerweile persönlichen Kontakt oder mit auf irgendeine andere Weise noch mit euch vernetzt. Das heißt, wir sehen oder lesen uns in jedem Fall weiter ♥.

Am 11. November ist Ultimo

und always-sunny wird abgeschaltet. Bis zu diesem Zeitpunkt räume ich, wie schon oben erwähnt noch einige Artikel um und sortiere sie auf sandra-hausser.de oder gib-mir-worte ein. Mal sehen, ob ich das vorgenommene Pensum bis dahin schaffe. Drückt mir die Daumen.
Ciao ihr Lieben, nochmals herzlichen Dank für für eine wunderbare Zeit mit euch. Alles,alles Gute und bis dann wünscht euch Sunny.

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Into the Water – Paula Hawkins

Into the Water – Traue keinem. Auch nicht dir selbst- Paula Hawkins

Kurzzusammenfassung:

»Julia, ich bin’s. Du musst mich anrufen. Bitte, Julia. Es ist wichtig …« In den letzten Tagen vor ihrem Tod rief Nel Abbott ihre Schwester an. Julia nahm nicht ab, ignorierte den Hilferuf. Jetzt ist Nel tot. Sie sei gesprungen, heißt es. Julia kehrt nach Beckford zurück, um sich um ihre Nichte zu kümmern. Doch sie hat Angst. Angst vor diesem Ort, an den sie niemals zurückkehren wollte. Vor lang begrabenen Erinnerungen, vor dem alten Haus am Fluss, vor der Gewissheit, dass Nel niemals gesprungen wäre. Und am meisten fürchtet Julia das Wasser und den Ort, den sie Drowning Pool nennen …

Quelle Amazon

Eines vornweg, das Vorgängerwerk Girl on the Train von Paula Hawkins liebe ich sehr, sodass ich mit gewissen Erwartungen an das Buch Into the Water gegangen bin.

Im Ort Beckford scheinen sich in gewissen zeitlichen Abständen immer wieder Frauen dazu zu entscheiden, ihrem Leben ein Ende im Fluss zu setzen. Als das jüngste Opfer aus dem Drowning Pool geborgen wird und Julia sich auf den Weg zu ihrer nun auf sich allein gestellte Nichte macht, wird der Leser Stück für Stück in einige Ereignisse der Stadt eingeweiht, stets aus Sicht eines anderen Beteiligten. Trotzdem ich zu Beginn Mühe hatte alle Personen zu sortieren und die beschriebenen Ereignisse eher ein wenig langsam voran kamen, musste ich an der Story dran bleiben. Erstens, weil ich wie oben erwähnt Girl on the Train den Leser immer wieder animiert dranzubleiben und tiefer in die Geschichte des Ortes und der Bewohner einzutauchen. Ganz besonders mochte ich Nicky, wenn ihr den Roman lest oder gelesen habt, wisst ihr sicher weshalb. Man muss Underdogs ins Herz schließen.

Fazit:

Eine wunderbar erzählte Geschichte eines Ortes in dem es mehrfach zu Selbsttötungen kommt. Warum das so ist, oder ob am Ende etwas ganz anderes herauskommt, behalte ich für mich. Langsam beginnende Erzählung, die immer mehr an Fahrt die gewinnt und die ich zum Ende hin nicht mehr aus der Hand legen konnte. Kommt für mich persönlich nicht ganz an Girl on the Train heran, ist mit vier von fünf Daumen trotzdem eine absolute Leseempfehlung.

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