Story ohne Namen Teil 12 / Woche 11

Schnapp-Wort

Hier kommt der 12 Teil der Story ohne Namen, in die ich 39 Schnapp-Worte eingefügt habe. Wer die komplette Geschichte einschließlich Teil 12 lesen möchte, kann hier klicken.

Sie lauteten:

Billard, Basketball, ausruhen, angebrannt, Feuerlöscher, Jahreszeiten, Liebeserklärung, Edelstein, Hungerödem, Negativ, Schornsteinfeger, Weihnachten, Sturköpfe, Strommast, Hustensaft, Trinkwasser, Bücherwurm, Versteck, Zertifikat, Heilberufe, Gewächshaus, Buffet, Gänseblümchen, Bushaltestelle, Schlachtruf, Riese, Liegestuhl, Glasbausteine, Cocktail, gewonnen, Basteln, Brutzeln, Hoffnung, Zuckerrübensirup, Spaghetti, Schnecke, Zeit, Teddybär, Praline

Teil 12 Woche 11/2013

Matthias beobachtete den Chilenen, konnte in seiner Reaktion keine Gefahr für Ursula erkennen, und blieb zunächst regungslos stehen.
Ursula stemmte die Arme in die Hüfte: „Keine Antwort von Ihnen? Ich hatte die Hoffnung Genaueres zu erfahren, damit wir eventuell zu einer Kooperation bereit wären. Vielleicht sind Ihre Beweggründe edel und erstrebenswert? Das kann ich allerdings nicht beurteilen, wenn Sie ständig beharrlich schweigen. Wenn wir weiter hier stehen und warten bis Weihnachten, kommen wir nicht voran, sondern erleiden höchstens wegen Trinkwasserknappheit ein Hungerödem“, fügte sie sarkastisch hinzu.
„Ich bin mir nicht sicher, ob Sie mit uns zusammenarbeiten, wenn ich Ihnen die Hintergründe erkläre. Aber weil sie beide“, er deute auf Ursula und Ihren Mann, “solche Sturköpfe sind, wird mir nichts anderes übrig bleiben.“
Er winkte seinen Kumpanen heran und gab ihm tuschelnd eine Anweisung, dann wendete er sich erneut Ursula zu: „Ich werde Ihnen beiden, aber nur Ihnen, etwas in meinem Versteck im Gewächshaus zeigen. Vielleicht kann ich Sie damit umstimmen. Steigen sie in den Wagen bitte.“
Unentschlossen sah sie sich nach Matthias um, der bereits auf dem Weg zu ihr war.
„Sollen wir den beiden trauen? Ich habe Angst. Besonders der Riese lässt mich bibbern. Andererseits bin ich neugierig auf das, was er uns zeigen möchte. Was meinst Du?“
„Meine Sorge gilt vor allem Tom und Raoul“, antworte Matthias. „Ich frage mich, wo die beiden abgeblieben sind. Doch wenn wir diese Chance nicht nutzen, Näheres über die ganze Sache in Erfahrung zu bringen, haben wir auch nichts gewonnen.
Ursula nickte zustimmend und ergänzte nachdenklich: „Ich denke, sie haben die Typen kommen sehen und verbergen sich irgendwo, bis die Luft wieder rein ist. Tom verheimlicht etwas vor uns. Ich weiß nicht, ob Absicht dahinter steckt oder ob er selbst noch gar nicht überschauen kann, in was er da hineingeraten ist. Ich bin hin-und hergerissen zwischen einem Cocktail im Liegestuhl und am Hotelpool ausruhen oder der Möglichkeit, endlich Licht ins Dunkel zu bringen. Kannst Du verstehen, was ich meine?“
„Absolut, mir geht es ähnlich. Aber wir müssen eine Entscheidung treffen, die Zeit drängt. Lass uns mit Ihnen gehen, Wissbegier ist eine Liebeserklärung an das Leben!“
Ursula ging als Erste rasch zum Wagen, in dem die beiden Männer bereits warteten. Sie war froh, dass nicht sie die Entscheidung, die auch ihre gewesen wäre, zuerst laut ausgesprochen hatte.
Tom und Raoul saßen geduckt unter dem Fenster in einer der Hütten. Gerade als die beiden sich der Gruppe wieder anschließen wollten, hatte Raoul die Neuankömmlinge bemerkt und Tom zurück ins Innere gezogen. Gespannt und mucksmäuschenstill beobachteten sie das Geschehen und wagten kaum zu atmen. Die Minuten verstrichen zäh wie Zuckerrübensirup, während sie die Szene beobachteten, aber rein gar nichts hören konnten. Erschrocken stieß Tom Raoul an, als das Ehepaar zum Auto der Männer lief: „Sie gehen mit den Gorillas! Was geht da vor?“
Er sprang auf die Füße: „Kommen Sie, dass dürfen wir auf gar keinen Fall zulassen“, rief er, einem Schlachtruf gleich, und stürmte zur Tür.
„Bleiben Sie, wo sie sind“, bremste Raoul ihn mit brüsker Stimme. „Was glauben Sie mit dieser Aktion zu erreichen? Vermutlich hoffen die beiden, dass Sie genau das tun, und versuchen Sie aus der Reserve zu locken. Ich muss auch die restlichen Touristen in Sicherheit wissen. Das gelingt mir am ehesten, wenn ich sie bei nächster Gelegenheit zurück ins Tal bringe. Wenn Sie zur Rettung des Paares den Helden mimen und hinausrennen, weiß niemand, wie es weitergeht. Tun Sie mir den Gefallen und spielen sie nicht den Feuerlöscher. Die Geschichte um Sie und ihre wissenschaftliche Entdeckung ist ohnehin schon angebrannt. Wir bringen die Gruppe nach unten,  wenden uns dort an die Polizei und melden Ursula und Matthias als vermisst. Ob wir mit dem Rest der Geschichte herausrücken oder etwas Anderes daraus basteln, können wir immer noch entscheiden.“
Tom blieb unentschlossen an der Tür stehen. Wie sollte er reagieren? Die negativen Erfahrungen seiner Entführung stärkten den Wunsch nach Hilfe der Polizei. Andererseits war das Ehepaar durch ihn in diese brenzlige Situation geraten. Ließ er sie im Stich, brachte ihm das sicher kein Zertifikat für mutige Leistungen ein. Doch er wusste selbst nicht einmal genau, worum es ging und wodurch dieser ganze Schlamassel ausgelöst worden war. Er beschloss die Hilfe der Behörden in Anspruch zu nehmen und sofort im Institut anrufen, wenn sie diesen abscheulichen Jahreszeiten-Ausbruch hier oben in den Anden entkommen waren.
„In Ordnung, wir warten ab, bis sie verschwunden sind. Aber Sie müssen mir versprechen mich zur Polizei zu begleiten und alles zu erzählen, was Sie selbst über diese Aktion wissen, einverstanden?“
Raoul nickte zerknirscht, im Wissen keine andere Chance zu haben. Es war wie beim Billard, wenn die schwarze Kugel versehentlich versenkt wurde, war die Partie verloren. Daran konnte nicht einmal mehr das Glück eines Schornsteinfegers etwas ändern. „Wir bringen die Reisegruppe zum Hotel und begeben uns danach sofort zum Polizeirevier. Es ist an der Ecke, das Gebäude mit den Glasbausteinen, vielleicht haben Sie es schon gesehen?“
„Ja ich erinnere mich daran, gegenüber ist eine Bushaltestelle und daneben eine Wiese auf denen ein paar Jungs Basketball gespielt haben. Zwischen den Grashalmen blühten Hunderte von Gänseblümchen. Das kann man sich hier oben kaum vorstellen!“
Zur gleichen Zeit in Deutschland

Bettina wartete ungeduldig darauf, dass die Kellnerin mit dem Mannschaftsfoto zurück an ihren Tisch kam. ‚So lahm wie eine Schnecke. Bestimmt ist sie so ein Bücherwurm, vernarrt in Arztromane, in denen Heilberufe in den Himmel gehoben wurden und Hustensaft das Allheilmittel war, weil echte Krankheiten erst gar nicht vorkamen. Oder noch eher Liebesromane, in denen ein Edelstein im Teddybär der Angebeteten versteckt war, Pralinen zum Geschenk eine Selbstverständlichkeit und nichts so sicher war wie ein Happy End.‘
Strahlend hielt sie das Foto vor Ihre Brust und zeigte auf einen Jungen in der zweiten Reihe. „Das ist mein Felix, es bedeutet der Glückliche und trifft durchaus zu.“
Bettina unterdrückte unter großer Anstrengung ein Stöhnen. ‚Wusste ich es doch!‘
„Sehr hübsch und so freundlich schaut er aus. Er ist bestimmt ein wahrer Sonnenschein!“
„Ja“, schwärmte seine Mutter und warf einen raschen Blick zur Küche, aus der ein Brutzeln zu vernehmen war. „Warten Sie eine Sekunde, ich komme gleich noch einmal zu Ihnen. Muss nur rasch die Scampi für die Spaghetti aus der Pfanne nehmen, sonst gibt’s Verkohltes.“
Sie rannte vorbei am geschmückten Buffet, hängte das Bild zurück an die Wand und betrat die Küche. Schmunzelnd folgte Bettinas Kollege ihr mit seinen Blicken, während sie krampfhaft überlegte, wie sie mit diesen beiden Menschen umgehen sollte. Sie vermutete, dass bei beiden eine Unterhaltung mit einem Strommast unterhaltsamer wäre und deshalb vorzuziehen sei. Doch musste sie diplomatisch bleiben, um ihre beiden wichtigsten Informationsquellen nicht zu verärgern.

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6 Kommentare von "Story ohne Namen Teil 12 / Woche 11"

  1. März 23 - 14:25 | Permalink

    Hahaha klasse wiedermal umgesetzt, am besten gefällt mir “spielen sie nicht mit dem feuerlöscher..” “Gg”
    Wünsche dir ein schönes We…glg trisch

  2. März 23 - 18:05 | Permalink

    Echt klasse….einfach nur zu schön, da mitzulesen…machst du echt toll … weiter so ;)

    LG Bibilotta

  3. März 23 - 18:30 | Permalink

    Beim Feuerlöscher musste ich auch grinsen :D

  4. März 23 - 23:10 | Permalink

    Das hast du wieder ganz toll gemacht. Es macht mir sehr viel Spaß hier wöchentlich vorbei zu schauen um zu lesen, wie es weiter geht.

    Freue mich schon auf die neue Runde.

    Bis morgen denn.

    LG Romy

  5. März 24 - 09:03 | Permalink

    Wissbegier ist eine Liebeserklärung an das Leben!
    DEFINITIV und mein Zitat des Sonntages ♥
    danke für die tolle Fortsetzung,von mir aus könnte schon wieder Samstag sein :)
    Drück dich

  6. Sunny's Gravatar Sunny
    März 24 - 09:22 | Permalink

    Danke für Eure lieben und aufmunternden Kommentare. Da macht es doch gleich dreimal soviel Spaß die Worte aus Woche zwölf schon mal im Geiste einzufügen. @ClauDia wegen mir nicht, der Rhythmus ist so gerade noch eben zu halten.:-D

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