Totenfrau – Bernhard Aichner

Totenfrau – Bernhard Aichner

Kurzzusammenfassung:
Blum ist Bestatterin. Sie ist liebevolle Mutter zweier Kinder, sie besticht durch ihr großes Herz, ihren schwarzen Humor und ihre Coolness. Blum fährt Motorrad, sie trinkt gerne und ist glücklich verheiratet. Blums Leben ist gut. Doch plötzlich gerät dieses Leben durch den Unfalltod ihres Mannes, eines Polizisten, aus den Fugen. Vor ihren Augen wird Mark überfahren. Fahrerflucht. Alles bricht auseinander. Blum trauert, will sich aber mit ihrem Schicksal nicht abfinden. Das Wichtigste in ihrem Leben ist plötzlich nicht mehr da. Ihr Halt, ihr Glück. Durch Zufall findet sie heraus, dass mehr hinter dem Unfall ihres Mannes steckt, dass fünf einflussreiche Menschen seinen Tod wollten.

Blum sucht Rache. Was ist passiert? Warum musste Mark sterben? Als sie die Antworten gefunden hat, schlägt sie zu. Erbarmungslos. Warum sie das tut? Warum sie dazu fähig ist? Die Antwort darauf liegt Jahre zurück.
Quelle Amazon

Ich habe mir Totenfrau als Hörbuch gegönnt und muss zuerst einmal ein Lob an den Sprecher Christian Berkel, der die Wortwiederholungen und Texte im Telegrammstil sehr erträglich gemacht hat.
Eines vorweg, Die Totenfrau ist ein Krimi der anderen Art. Wer hier das Monster ist, wer Täter und wer Opfer wird oft wild durcheinandergewirbelt, die Rollen getauscht?!?
Aber von Anfang an: Die Geschichte beginnt damit, dass Blum sich ihrer Eltern entledigt. Die perfide und sehr gut durchdachte Art, wie sie es geschehen lässt, legt die Vermutung nahe, dass sie sich sehr gequält gefühlt haben muss. Im Laufe der Geschichte wird deutlich, dass eine Kindheit als Adoptivtochter eines Bestatters alles andere als ein Zuckerschlecken war. Man möchte Blum tröstend in die Arme nehmen, wenn sie davon berichtet, was sie im “Vorbereitungsraum” erleben musste.
Ihre zum Teil erschütternden Erfahrungen helfen ihr im Verlauf der Geschichte aber auch oft weiter.
Ein Teil des Krimis beschreibt die Liebe zwischen Blum und Mark, jenes Polizisten, den sie am Tage der Ermordung ihrer Eltern kennenlernt. Das wahre Glück in ihrem Leben, gekrönt durch die Geburt zweier Kinder. Für Blum scheint das Leben in Ordnung gekommen zu sein bis Marc Opfer eines Verkehrsunfalls wird. In ihrer zusammenstürzenden Welt hört sie Aufzeichnungen ihres Mannes Marc und erkennt, dass er ihr etwas aus seinem Berufsleben vorenthalten hat. Kurz vor seinem Tod war er damit beschäftigt, einer obdachlosen Frau, die illegal ins Land gekommen, zu helfen. Er war der Einzige auf dem Revier, der Dunja ihrer Geschichte über Verschleppung und Vergewaltigung glaubte. Gemeinsam mit ihr versuchte er, das Verbrechen zu beweisen und die Täter dingfest zu machen. Blum beschließt, es zu ihrer Aufgabe zu machen und stößt eine Tür des Verderbens auf. Nachdem sie Dunja gefunden hat, wird Blum klar, dass der Tod ihres Mannes kein Unfall war. Blum wird zur Täterin und bereut keine einzige ihrer Aktion, die sich zum Teil schon sehr gruselig lesen bzw. hören. Doch man kann sie ein großes Stück lang nachvollziehen und genau das macht die Geschichte so interessant und anders. Wäre ich in einer ähnlichen Situation fähig? Wie rasch kann man vom Opfer zum Täter werden? Was ist der Funke, der das Desaster auslöst?

Fazit:
Kein Krimi im tagtäglichen Stil. Aus der Geschichte bekommt man mehr als einen Kriminalfall geliefert. Da ist die Geschichte von Blum während ihrer Kindheit, Blums große Liebe zu Mark und ihren Kindern und der Fall, bei dem die Lager wechseln und man sich fragt; wie würdest du handeln wenn…Die Frage wird mir wohl noch einige zeit durch den Kopf gehen. Obgleich ich nicht in der Lage wäre, Rachefeldzüge so perfekt auszuführen und zu vertuschen.
Einzig die manchmal sehr kurzen Sätze in der Geschichte haben mich stellenweise ziemlich genervt. Manchmal passte sie allerdings auch hervorragend, denn Blum (bei der ich oft an Lisbeth Salander denken musste) steht für Vorankommen und Handeln, keine Zeit für Ausschmückungen. Auch der letzte Punkt der Auflösung war für mich nicht ganz schlüssig. Eigentlich würde ich hier viereinhalb Daumen vergeben. Da ich, wie ihr wisst, keine halben Daumen habe, stocke ich auf fünf auf. Auch weil ich die Idee der Geschichte so gut fand.

Daumen hochDaumen hochDaumen hochDaumen hochDaumen hoch

Diese Rezension ist die abgearbeitet Aufgabe 2 von Daggis Buch-Challenge 2014
Lese ein Buch mit einem überwiegend schwarzen Cover.

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