Gib mir Worte

Schnapp-Wort das Ergebnis der 13. Woche

Schnapp-Wort
Ende der 13. Schnapp-Wort Woche mit insgesamt 35 Schnapp-Worten und 1,75 € für die Stiftung Kinderwürde. Die jeweilige Fortsetzung der Story ohne Namen (Ihr habt das zum allergrößten Teil mir überlassen) immer in der Woche nach Ablauf veröffentlicht. An welchem Tag lasse ich mir einfach offen, so kann ich etwas ruhiger daran arbeiten. Diese Woche habt ihr mir folgende Wörter in Bildern gezeigt:
schlafen, verrückt, Handtasche, Wohnwagen, Schale, Künstler, Schäufele, Wetterlage, Gazette, Mühle, Hoppeln, Teppich, Geschenkpapier, Zweisamkeit, Postkarte, Blumentopf, Heu, Einstieg, Insekt, Stromkabel, Buddha, bunt, Krokus, Kaninchen, Autoreifen, Wandzeitung, Reißzwecke, Mama, Osterfeuer, Südsee, Karton, romantisch, Ziege, Kraftwerk, verreisen
Sie müssen noch in den dritten Teil der kleinen Fortsetzungsgeschichte eingebaut werden.
Zuerst noch einmal der Anfang der letzten beiden Wochen
Der Sturkopf und der Bücherwurm gingen mit einem Schlachtruf auf den Lippen und der Hoffnung ihr negatives Hungerödem mit Spaghetti und Zuckersirup in den Griff zu bekommen auf Wanderschaft. Die Zeit kroch dabei wie eine Schnecke und ihr einziger Proviant, etwas Trinkwasser, war fast verbraucht. So beschlossen sie ein wenig auszuruhen und an der Bushaltestelle neben dem Gewächshaus, in dem die Gänseblümchen blühten Halt zu machen. Als sie so dort saßen, kam ein Riese vorbei der ein Zertifikat für Heilberufe hatte und in seinem Privatlabor Hustensaft braute. Er heulte fürchterlich, denn sein Teddybär mit den Edelsteinaugen war ohne Erdung zu nahe an den Strommast gekommen und sein linkes Ohr angebrannt. Selbst der rasch herbeigeholte Feuerlöscher konnte nicht mehr viel retten.
Die beiden bedauerten den traurigen Riesen, der ihnen mit seinen Heilkünsten bei ihrem Problem sicher weiterhelfen konnten und ersannen eine List. Sie riefen beim befreundeten Schornsteinfeger an, der  Spielzeugersatzteile in seinem Billardkeller versteckte. Er bastelte vieles wieder zusammen, seine Liebeserklärung an antikes Spielsachen war im ganzen Land bekannt. Einmal flickte er mit viel Herzblut einen Basketball, der an Weihnachten, jener feierlichen Jahreszeit, auf das brutzelnde Buffet unter den Glasbausteinen geflogen, an den Cocktailgläsern hängen geblieben und nach deren Bruch zerschnitten, hatte er rasch an Luft verloren. Der Schornsteinfeger, ein Pralinen und Liegestuhl-Liebhaber, reparierte den Ball und das Herz der Kinder war damit gewonnen.
Der Bücherwurm schickte den Sturkopf los, um schnittig den Schornstein herbeizuholen, bevor der Riese den Mut verlor und vor lauter Gram beschloss nach Liliput abzutauchen. Er wolle unterdessen den Giganten im Auge behalten, versuchen seinen Herzschmerz zu lindern, indem er von ihren Abenteuern mit dem Osterhasen und seinen Eierfarben erzählte, erklärte er dem Sturkopf.
Tatsächlich hatten die beiden eine wilde Zeit mit dem besagten Hasen verbracht, den sie getroffen hatten, als er gerade dabei war seinen Swimmingpool unter Palmzweigen zu renovieren. Zum Strand sei ihm der Weg zu weit und deshalb brauche er eine andere Variante um schwimmen zu können oder ein Sonnenbad zu genießen. Wobei er einräumte sich selbst ein wenig wie ein Kaninchenbraten im Topf vorkam, wenn er sich mit der Schwimmweste ein paar Runde im kühlen Nass gönnte. Auf meinem Grabstein wird einmal zu lesen sein: Hier liegt der Osterhase die alte Wasserratte. Er war immer mit mindestens einem Bein ein Sonntagsbraten, doch konnte der Windhund diesem Schicksal glücklich entkommen.
“Er ist ein echter kleiner Teufel dieser Osterhase, lass dir nur nichts anderes erzählen”, lullte der Bücherwurm den Riesen mit seiner Geschichte ein. “Im Sommer, wenn seine Arbeit erledigt ist, lagert er Lebkuchenherzen in seinem Korb, ist das zu fassen?”
“Warum denn nicht, wenn die Eier raus sind?”
“Nein du denkst nicht mit. Sommer und Lebkuchen überlegt doch mal.”
“Vermutlich muss man den Korb in den Schatten stellen, oder?”
“Ja, aber das tat er nicht. Als ich hineinschaute, musste ich an ein Plumpsklo denken und zwar an keines, das frisch gereinigt war. Ich bekomme jetzt noch eine Gänsehaut. Der Korb stand in der prallen Sonne und man hätte ein Spiegelei darauf braten können.”
Der Wurm schüttelte sich angeekelt und beobachte den Riesen, der ständig an seinen Hosenträgern zupfte. Verschwommen nahm er an der Wand der Haltestelle ein Graffiti wahr, dass vermutlich eine Häkelnadel darstellen sollte. Was hatte der Urheber sich dabei wohl gedacht?
Er zeigte auf das Bild und fragte: “Weißt du, was es mit diesem Graffiti auf sich hat?”
“Sicher, das ist eine Art Reklame für die Fußpflege um die Ecke. Irgendein Instrument was er benutzt soll das darstellen. Keine Ahnung, aber meine Füße macht er Bombe nicht so wie die anderen Pfeifen.”
Unterdessen traf der Sturkopf beim Schornsteinfeger ein, der die News in der Hand, im Garten neben den Narzissen und Rosen saß. Seinen Kopf schmückte ein Zylinder, auf dem Damwild-Aufnäher angebracht waren. Neben ihm lag ein aufgerissener Sack Blumenerde. Er schien eine Pause von der Gartenarbeit zu machen und genoss einen Kaffee mit einem anderen Herren.
“Guten Tag, ich bin Herr Bücherwurm”, stellte ich der Wurm vor und trat an den Tisch.
“Angenehm”, erwiderte der Schornsteinfeger. “Mein Name ist Immergrün und dies ist mein Freund Herr Weidenflechten. Er ist der Glasbläser am Ort.”
Und nun geht es mit diesen Worten weiter:
schlafen, verrückt, Handtasche, Wohnwagen, Schale, Künstler, Schäufele, Wetterlage, Gazette, Mühle, Hoppeln, Teppich, Geschenkpapier, Zweisamkeit, Postkarte, Blumentopf, Heu, Einstieg, Insekt, Stromkabel, Buddha, bunt, Krokus, Kaninchen, Autoreifen, Wandzeitung, Reißzwecke, Mama, Osterfeuer, Südsee, Karton, romantisch, Ziege, Kraftwerk, verreisen

„Das ist ja verrückt„, rief der Sturkopf entzückt. „Gerade erst habe ich in einer Gazette über die bunten Kelche und Buddhas gelesen, die sie zu fertigen wissen Meister Immergrün. Meine Mama ist furchtbar stolz darauf, einen von Euch gefertigten gläsernen Blumentopf mit Krokus-Muster zu besitzen. Sie verwahrt ihn einem Karton, der in Geschenkpapier eingeschlagen ist“, erklärte er und Stolz schwang in seiner Stimme. Wenn sie auf Reisen geht, steckt sie den Blumentopf in ihre übergroße Handtasche, damit sie ihn im Auge behalten kann.
„Er ist ein wahrer Künstler, in der Tat“, erwiderte der Schornsteinfeger lächelnd. Aber was führt Euch eigentlich zu mir?“
„Der Riese ist sehr traurig, weil sein geliebter Teddybär ein Ohr eingebüßt hat. Nun kann er nicht mehr richtig schlafen, denn er macht sich große Vorwürfe die traute Zweisamkeit durch fahrlässiges Verhalten gestört zu haben. Er könnte uns eine große Hilfe sein, wenn er nicht so trübsinnig wäre.“
„Ich soll also mal wieder etwas reparieren. Klar, kein Problem, ich schaue mir den Bären sehr bald an. Doch zunächst halte ich es für einen guten Einstieg, wenn Du uns Gesellschaft leistest. Wir wollten gerade unsere Schäufele auf den Grill bringen. Lecker und nur mit Salz und Pfeffer aus der Mühle.“
„Wollten“, grollte Herr Immergrün. „Aber das Stromkabel ist leider zu kurz und außer einem Elektrogrill besitzt er nichts. Wenn wir nicht voranmachen, werden wir das Osterfeuer in der Nachbargemeinde verpassen. Ich habe den Veranstaltungstipp zufällig auf der Wandzeitung der Handwerksinnung entdeckt. Scheint eine große Feier zu werden.“
Der Sturkopf überlegte einen Moment: „Dort hinten in der Auffahrt steht doch ein Wohnwagen, oder? Lasst uns zum Kraftwerk fahren, da hat es sicher genug Steckdosen. Danach sind wir mobil und kommen rechtzeitig zum Feuer, obschon in wegen der Wetterlage leichte Bedenken habe. Schaut einmal nach den Insekten, ich glaube, es wird bald regnen.
„Ein sehr guter Plan“, beschloss der Kaminfeger und trat zu seinem Wohnwagen. Sekunden später rief er empört: „Es wird nichts mit verreisen, es steckt eine Reißzwecke im Autoreifen. Das Ding ist platt wie ein Teppich. Was machen wir denn jetzt?“
„Ich schlage vor, wir verschieben das Essen und fahren direkt zum Riesen und meinem Freund dem Bücherwurm. Ich fürchte nämlich, dass er ihn nicht mehr lange mit den Geschichten des Kaninchens, dass sich Osterhase schimpft, unterhalten kann. Ewiges Hoppeln und Eierverteilen wird dem Giganten mit der Zeit sicher langweilig.
Herr Immergrün machte große Augen: Euer Freund kennt den Osterhasen?“
„Ja sicher, Ihr etwa nicht?“
„Nein, aber ich möchte ihn zu gerne kennenlernen“, rief auch der Schornsteinfeger. Er kann mir sicher noch etwas über Spielzeuge erzählen und mich vielleicht sogar dem Weihnachtsmann vorstellen“ erklärte er eifrig. Lasst uns schnell meine Ziege mit Heu versorgen, dann müssen wir uns später nicht beeilen. Immergrün, hinten in der Schale ist auch etwas Salz, gib ihr davon auch ein wenig.“
Als die Ziege versorgt war, gingen die Drei den Weg zurück, den der Sturkopf alleine gekommen war. Über ihnen zogen schwarze Wolken auf, die das romantische SüdseePostkartenidyll am Himmel zu zerstören drohten.
„Wir sollten uns besser beeilen“, rief der Sturkopf und verfiel in flotten Trab.
Hmmm, wir Ihr seht, haben es die Fünf noch immer nicht geschafft zueinander zu finden. Es braucht also noch eine Woche und einige Schnapp-Worte, um die Geschichte in der nächsten Woche zu beenden. Dann aber wirklich, versprochen.

7 Kommentare zu “Schnapp-Wort das Ergebnis der 13. Woche

  1. Iris

    Das sind ja im Grunde jetzt schon zwei Schnappwortgeschichten, die du da nebeneinander produzierst.
    LG Iris

  2. moni

    Liebe Sandra,
    jetzt vermisse ich aber doch mein Schnappwort #13 : „verreisen“!?
    Ich habe es doch nachträglich richtig verlinkt. Ist da was schief gelaufen?
    Liebe Grüße
    moni

    1. Sunny Autor des Beitrags

      Hallo Moni,
      irgendwie ist es schief gelaufen, Du hast es nicht unter das aktuelle Schnapp-Wort gepostet. Obwohl ich es bei Dir gesehen hatte??? Ich trage es aber gerne nach, das Du ja richtig in der Zeit warst :-D

  3. Peggy

    Ich finde auch, das diese Geschichte unbédingt als Guddi in das eBook „Geschichte ohne Namen“ mit aufgenommen werden sollte. Das wäre einfach zu schade sonst. Der Riese mit seinem einohrigen Teddy muss einfach auch die Chance haben noch ganz viele weitere Leser kennenzulernen! :-)

  4. Queen of Home

    Ich habe ja schonmal erwähnt das die Kurzzusammenfassungen wirklich toll sind und eigentlich auch einen Ehrenplatz verdienen.
    Postkartenidyll ist ein schönes Wort, danke für die tolle verwendung meiner Postkarten ;-)

  5. ClauDia

    grins… zauberhaft, Sunnyschatz :)
    und ich finde auch, die Geschichten-drumrum MÜSSEN ebenfalls einen Platz rund um die dann fertige Story finden :)
    Knutscha

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