Gib mir Worte

Sandra & Sandra suchen Teil 5 Sabos Aufgabe

Sandra&Sandra
So, nun will ich natürlich auch meinen Senf zur Sandra & Sandra Suche dazu geben :-D
Sabos Aufgabe:

Ich suche die nervigsten Sprüche, die ihr noch von Euren Eltern und Großeltern im Ohr habt. Dafür müsst Ihr nicht Eltern sein und Euch auch nicht geschworen haben, diesen Satz NIEMALS bei Euren Kindern zu verwenden. Obwohl das auch manche Überraschung mit sich bringt.
Es ist auch egal, ob Euch ein Spruch oder ganz viele einfallen. Ihr werdet wahrscheinlich beim Schreiben merken, dass es doch mehr sind, als Euch lieb ist.

Ich darf zugeben, dass ich von solchen Sprüchen weitestgehend verschont geblieben bin, was vielleicht daran liegen mag, dass meine Eltern, die nur 17 Jahre älter als ich sind, selbst nur Teenies waren und solche Sprüche nicht weitergeben wollten.
Allerdings möchte ich ein paar Sprüche und Anekdoten meiner beiden heißgeliebten Omis zum Besten geben, die eher aufmunternd oder tröstend als tadelnd und zurechtweisend waren.
Meine Oma Ella war Mutter von 9 Kindern (wie die Orgelpfeifen, mein Vater der älteste) und zusätzlich Behüterin von zwei Enkeln, das waren meine Cousine und ich. Die größeren Kinder waren schon aus dem Haus, als ich nach dem Kindergarten oder der Schule zur Betreuung zu ihr ging. Ich habe es geliebt, ein Haus voller Menschen vorzufinden. Und es hat mir mein Einzelkind Dasein versüßt. Heute würde ich behaupten, ich war gar kein Einzelkind im eigentlichen Sinne. Egal, das leidigste Thema bei Oma war für mich das Mittagessen. Ihr müsst Euch vorstellen, dass jeder zu einer anderen Zeit nach Hause kam. Oma Ella hat also irgendwann am Vormittag begonnen zu kochen, damit was auf den Tisch kommt. Hatte man Glück und früh Schule aus, gab es Leckereien; ich habe ihre Dampfnudeln geliebt. Hatte man Pech und kam später als die meisten anderen, war eben nicht mehr viel da. Meine Oma hat immer einen riesen Sack Karotten unter ihrer Bank in der Küche. Wer zu spät kam, bekam die Reste, dann schon etwas verkocht, oder eben Karotten aus dem Sack. Ich habe oft zu den Pechvögeln gehört und kann bis heute keine Karotten mehr sehen. Jetzt wisst ihr auch, vorher das kommt :-D
Wenn ich früh dran war habe ich es genossen mit mindestens 6 anderen am Tisch zu sitzen und zu essen, man hatten wir Spaß, das war ganz wunderbar.
Jedenfalls hatte diese Omi zwei Marotten, die beide ein wenig auf mich abgefärbt haben. Erstens hat sie neue Kleidungsstücke immer „für gut“ in den Schrank gehängt. Das hieß, sie zog es nur zu ganz besonderen Anlässen an, die manchmal gar nicht kamen. Das rührte sicher daher, dass das Geld eher knapp war, bei so vielen zu stopfenden Mäulern. Ich erwische mich auch öfter dabei, dass ich neues Teil erst einmal in den Schrank hängen mag. Weil das Leben mich aber gelehrt hat, das „für gut“ manchmal nicht mehr eintrifft, nehme ich es doch zur nächstbesten Gelegenheit heraus und weihe es ein. Das zweite Ding, was ich definitiv von ihr geerbt habe, ist das Kleckern. Omi hatte immer irgendwo einen kleinen Fleck auf der Kleidung, weil sie immer etwas verschüttete oder verschlabberte. Meine Familie ruft immer: Na Oma Ella, wenn es mir auch passiert und es passiert ständig, auch bei mir. Macht nichts, denn dieses Erbe trage ich mit Stolz, schließlich muss man von dieser Frau, die 9 Kinder und zwei Enkel großgezogen hat den Hut ziehen. Ein Zuckerschlecken war dies sicher nicht. Bevor ihr Trupp überhaupt aufstand, hatte sie schon die Zeitungen ausgetragen.
Liebe Oma Ella, ich schicke einen Gruß zu Dir, wo immer Du jetzt sein magst. Ich liebe Dich und vergesse Dich und Deine Taten nie.
 
Meine andere Oma Marianne, genannt Mary, ihr habt vielleicht hier auf dem Blog von meinem Abschied von ihr im November gelesen, war auch ein Arbeitstier. Gesellig und immer zu Späßen aufgelegt, habe ich von ihr so manches Buch näher gebracht bekommen und alle Filme von Sielmann und Grzimek angeschaut. Sie war meine Kuschel Omi, denn sie hatte anfangs nur mich zum Enkelkind. Die allermeisten Sprichwörter habe ich von ihr gehört, und selbst welche erfunden hat sie auch sehr gerne. Wenn ich als Kind Dummheiten gemacht hatte, wurde das immer mit „Das kannst Du doch nicht gewollt haben wollen?“ kommentiert und sie war nach einem Kopfschütteln meinerseits zufrieden und nicht mehr böse. Ich kann mich nicht erinnern überhaupt mal wirklich mit ihr gestritten zu haben, sie war mein Herz und wird es immer bleiben. Ach doch, einer der genervt hat fällt mir ein: Schreib Dir das hinter die Löffel!, Nööö, denn Löffel habe ich keine, zumindest nicht am Kopf und die in der Schublade lassen sich höchstens mit Edding beschriften.
Liebe Oma Mary, Du fehlst mir so sehr, ich wünsche Dir, dass es da wo Du jetzt bist, besser geht.
So, viele Sprüche habe ich nicht, aber das hatte ich ja angedroht. Ich hoffe, Sabo lässt es trotzdem gelten :-D

4 Kommentare zu “Sandra & Sandra suchen Teil 5 Sabos Aufgabe

  1. Peggy

    Sunny, das war so schön! Ich hatte auch eine Oma Ella und auch ich vermisse sie nun seit 2005 sehr. Es gibt immer soviel, was man noch zu sagen gehabt hätte oder wenigstens noch einmal drücken oder küssen. Und deine Oma Mary muss genau wie Deine Oma Ella toll gewesen sein. Ich hoffe das der Spruch stimmt: „Sie sind nicht weg, sie sind nur vorausgegangen“, denn dann würde ich meine Omi wiedersehen und andere liebe Wesen. Und Du Deine Oma Ella und Oma Mary. Ich drück Dich!

    1. Sunny Autor des Beitrags

      Dieser Spruch muss stimmen, egal in welcher Form. Ich mag nicht denken müssen sie für immer verloren zu haben. Ich drücke Dich auch mal ganz fest!!!

  2. sabo

    Natürlich lasse ich das gelten. Und ich sitze mit einem beseelten Grinsen vor Deinem Artikel. Oma Ella entspricht in etwa meiner Oma Gertrud und Oma Mary meiner Omi Gerdi (die ich zum Glück noch habe) Und eine gesunde Mischung aus beiden scheint mir meine Uroma Hedwig gewesen zu sein.
    Ach, das liest sich so schön und irgendwie bin ich sofort auch wieder Kind und sitze bei Oma am Küchentisch vor verkochten Möhren :)
    Ich knutsch Dich!

  3. ClauDia

    ach Sunny… tränchenwegwisch… ich hatte auch zwei so liebe Oma`s, die mir – wie ich sicher bin – nur vorausgegangen sind. Und ich ärgere mich, dass ich sie zu ihren Lebzeiten nicht genug geschätzt habe, schätzen konnte, weil ich zu jung war. Oma Stiebitz, die Superköchin, die immer Zeit zum Spielen und Musizieren hatte, und Oma Freiberg, die Feine, Chefarztfrau… deren Küche ich jederzeit gnadenlos verwüsten durfte…
    Danke für deine schönen Worte und das dauas entstandene Erinnern. ♥
    Drück dich megaaaaaaaaaafest!

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