Gib mir Worte

EM-Abseits – Es geht los

Erste Runde im EM-Abseits: Frauen und Fußball
Einlauf ins Stadion


Um gleich richtig ins Thema zu kommen, beginne ich mit einem Zitat aus dem Hamburger Abendblatt vom 10.12.2005

Frauen mit Fußball-Kenntnissen? Geht das? Frauen im Stadion? Was wollen die denn da? Das ist das Standarddenken der meisten Männer. Doch wer sich heutzutage im Stadion umschaut, der wird merken, dass schon lange nicht mehr nur Männer ins Stadion gehen.

Vor 20 Jahren musste man die Frauen im Stadion noch suchen. Sie durften sich glücklich schätzen, wenn sie von ihren Männer mal mitgenommen wurden. Damals wurden die Frauen im Stadion häufig von den Männer so angeschaut, als wenn sie sagen wollten: Was wollt ihr hier? Ihr gehört hinter den Herd und zu euren Kinder.

Dieses Denken ist alt und konservativ. Heutzutage interessieren sich auch Frauen für Fußball, und sie haben sogar Ahnung davon…..

oder sie behaupten es zumindest :-) *Duck und weg*

Punkt eins; Frauen als Fußballgesprächspartner

Nein, was ich damit sagen will, ist, dass sehr viel mehr Frauen etwas von Fußball verstehen, sie aber mit ihrem Wissen hinter dem Berg halten. Warum bleibt mir persönlich ein Rätsel. Ich weiß nicht ob es nicht chic genug ist über das Thema zu reden, wenn man in reiner Frauenrunde ist, weil man fürchtet, keine Gesprächspartner zu finden? Kann ich mir nicht vorstellen. (da geht’s um durchtrainierte Körper)
Weil man in gemischter oder Männerrunde Angst haben muss, nicht für voll genommen zu werden? Glaubt mir Mädels, das braucht sich keine von Euch zu fürchten. Ich selbst habe noch nie im Leben einen Mann kennengelernt, der sich nicht nach drei bis fünf qualifizierten Aussagen mit Freude auf ein Gespräch über die zweitliebste Sportart des männlichen Geschlechts eingelassen hat. Nein, ihr fragt mich jetzt nicht nach Position eins! Psst ;-)

Mal im Ernst, zwei Drittel der männlichen als auch weiblichen Fußballexperten haben noch nie mit kurzen Hosen in der Sonne gestanden und nen Schiri pfeifen hören. Das Wissen ist angeschaut, abgekupfert, angelernt und im Laufe der Jahre einfach zur eigenen Meinung und Wissen + Verstehen herangereift. Wer kennt schon nach dem ersten anschauen alle Sprünge im Eiskunstlauf oder Figuren im Synchronschwimmen? Viel Interesse, viel Kucken und sich nach dem Spiel ruhig mal die Meinung von echten „Experten“ im Interview anhören, sofern sie mal einen richtigen vors Mikro bekommen ;-)
Hierzu fällt mir gleich noch ein fast ausschließlich weiblicher Spruch zum Thema Fußball ein.
„Eigentlich interessiert es mich nicht aber EM (WM) schau ich mir an. Die Bundesliga und so weiter sind mir egal“.
Müssten sie aber nicht sein egal; denn hier wird exakt identisch gespielt, gleiche Regeln, Anzahl der Spieler pro Mannschaft, Spielzeit, Abseitsregeln und allem Pie Pa Po. Warum interessiert einen das eine brennend das andere gar nicht? An den hübscheren Spielern in der Nationalmannschaft kann es nicht liegen. Mensch ihr verpasst an „normalen“ Spieltagen echte Sahneschnittchen und wirklich spannende Begegnungen. Dazu ist echte Fantreue eine schöne Sache, besonders wenn die anderen Familienmitglieder Fans anderer Mannschaften sind, da gibt’s massig Gesprächsstoff.

Punkt zwei; Frauen als Spielerinnen

Spätestens hier wird es Zeit eine absolute Lanze für die Mädels (Frauen) zu brechen, und jeder Mann, der ein klein wenig ehrlich und subjektiv bleibt, kommt nicht umhin, mir zu zustimmen. Möge man über das Bild der Frauen, die Art ihrer Bewegungen auf dem Feld oder ihrer Athletik ruhig weiter im Streit bleiben. Ich selbst schaue ihnen sehr gerne zu, da sie im Gegensatz zu mir unheimlich sportlich ausschauen, aber das bleibt wie gesagt Ansichtssache. Übrigens könnte ich hier diverse Profifußballer männlicher Ausstattung nennen, deren Grazie und Anmut während des Spieles ich bis heute vergeblich suche :-)   Doch zurück zur Lanze; technisch, im Umsetzen von Ideen, in puncto Verbissenheit, Ehrgeiz und Pässen schlagen die ankommen, sind sie ihren männlichen Kollegen um einiges voraus. Vergessen wir hierbei nie, dass die allermeisten Damenfußballerinnen bis heute keinen Profivertrag haben. Sie üben ein Hobby aus, für das sie nach ihren regulären Arbeitszeiten auf den Fußballplatz gehen, um zu trainieren. Um welche Plätze sich die Herren der Schöpfung unter ähnlichen Bedingungen bei Europameisterschaften etc. schlagen würden, da wage ich noch nicht mal eine Prognose. ;-)
Wenigstens ist die Aufmerksamkeit und Interesse am Frauenfußball deutlich angestiegen, das freut mich sehr.

Fazit: Für mich ist Fußball keine Sportart, in der nicht beiderlei Geschlechter zu Wort als auch zum Spiel kommen können, manchmal muss man einfach nur etwas „wagen“

Für Kommentare, Fangesänge, Lobeshymnen und bengalische Feuer (sofern sie wohl dosiert sind und in Schacht gehalten werden können) sind unsere beiden Cheftrainerinnen und die Teams Soccer-Blogger und Fußball-Schocker Euch sehr dankbar. Füllt die Ränge und macht mit.
Wie, wo, was ist auf Nachsitzen.org und Vagabund.info nachzulesen, ihr könnt es nicht übersehen!

20 Kommentare zu “EM-Abseits – Es geht los

  1. Mella

    Hach schön, Lanze für die Frauen getroffen. Stimmt aber, früher war eine Frau im Stadion eher zierendes Beiwerk, als ernstzunehmender Fan. Heute ist das zum Glück anders!
    Mella

  2. Miriam

    Ich war als Kind ein Mal bei einem Fußballspiel, mein Papa hat mich mitgenommen…und ich weiss noch wie meine Mutter sich aufgeregt hat weil das nur was für Jungs ist! :)

  3. Beile

    Sehr Schöner Artikel.
    Wie ich in meinem Artikel festgestellt habe, hat sich Frau im Fußball einfach noch nicht voll und ganz etabliert.
    Das ist bei den Fans sicherlich anders als bei den Spielerinnen. Die weiblichen Fans sind heute deutlich weiter als vor ein paar Jahren, können mit Fachwissen glänzen.

    1. Sunny Autor des Beitrags

      Das mit dem Spielen fängt leider schon in der Jugend an, zu meiner Zeit gabs überhaupt keinen zu erreichenden Verein, und meine Tochter hat mit 13 geschmissen, weil nicht mehr genug Mädels für ne Damenrunde zusammen gekommen sind :-( Schade eigentlich.

  4. Kokeilla

    “Eigentlich interessiert es mich nicht aber EM (WM) schau ich mir an. Die Bundesliga und so weiter sind mir egal”.
    —-> Paradebeispiel von meiner benannten Püppchenfraktion ^^

        1. Daggi

          Oder im Winter. Besonders genial, wenn es geschneit hatte und die damals noch nicht überdachten Stehplätze vereist waren – Stichwort eingefrorene Füsse. Ich hab es geliebt, denn da sind die Schönwetter-Fans daheim geblieben :D

  5. Daggi

    :D Danke für das Lob.
    In einem Stadtteil von KL gibt es einen Verein, der sich sehr engagiert in Sachen Mädchenfußball. Unsere Kleine hat dort bei den Bambinis gespielt. Allerdings meinte der Trainer irgendwann, dass Fußball nicht die richtige Sportart für sie ist: Statt um die Pylonen zu dribbeln ist sie drüber gesprungen :D
    Seither trainiert sie im Leichtathletikteam beim FCK ;)

  6. Timm

    […] viel mehr Frauen etwas von Fußball verstehen, sie aber mit ihrem Wissen hinter dem Berg halten. […]
    Dazu kann ich nur sagen:
    Die Frauen halten ihr Wissenzurück, damit sie dem Mann nicht verärgern und ihn im guten Glauben lassen, das er etwas besser kann als die Frau.
    Reines Machtgehabe der Männer. Aber so ist die Evolution…
    Ich danke euch, ihr Frauen, für euer Verständnis. :)
    Beste Grüße aus berlin
    timm

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