Gib mir Worte

Besuch im Ex-Pflegeheims meiner Großmutter

In der letzten Woche war ich zum Geburtstag einer guten Freundin meiner Großmutter im Pflegeheim, indem sie zum Ende auch gewohnt hat. Obwohl es nun fast ein Jahr her ist, seit ich Abschied von meiner Großmutter nehmen musste, ging ich mit einem mulmigen Gefühl hin. Dazu müsst ihr wissen, dass die Jubilarin, wir feierten ihren 100ten Geburtstag, das Zimmer nur zwei Türen neben dem ehemaligen meiner Omi bewohnt.
Auf dem Weg dorthin habe ich meine Gefühle heruntergekämpft, denn schließlich war ein wirklich großes Ereignis zu feiern, dem ich nicht mit Tränen in den Augen einen faden Beigeschmack geben wollte.
Gefeiert wurde im Saal, was mir entgegen kam, denn so musste ich nicht in den besagten Flur mit Zimmern. Ich unterhielt mich eine ganze Weile mit der Freundin meiner Omi und fragte sie natürlich auch, was es Neues gäbe. Sie schaute etwas traurig und erzählte mir, dass es mit dem Personal immer schwieriger werden würde.
Das Problem der Unterbesetzung und den oftmals schwierigen Umständen kannte ich bereits. Es scheint immer schwierig zu sein Personal zu finden, das nicht nur gute Arbeit in der Altenpflege leistet, sondern auch fähig ist, ab und an persönliche Minuten für Bewohner zu finden. In dieser Beziehung hat die Station des Geburtstagskindes noch Glück, die Pfleger sind alle sehr nett. Leider wechselt aber auch immer mal jemand seinen Arbeitsplatz, weil er umzieht oder andere Umstände zum Tragen kommen. Es dauert das oft sehr lange, bis guter Ersatz gefunden ist.
Ich frage mich manchmal, warum es  nicht gang und gäbe ist, für die Wohn- und Pflegeheime auch mal auf das Internet zu zugreifen, wenn sie Stellen neu besetzen müssen. Personalvermittlungen gibt es doch schon sehr viele, und in Sachen Altenpflege habe ich zum Beispiel www.score-personal.de gefunden. Hier können sich Arbeitssuchende eintragen und Firmen ihr Personal finden. Zusätzliche Optionen wie die Umkreissuche oder die Eingrenzung auf bestimmte Arbeitszeiten macht das Finden von Stellen einfacher. Auf dem Portal werden fast täglich neue Gesuche eingestellt. Für Firmen die Kräfte suchen bietet die Seiten ein persönliches Gespräch, bei dem genau ermittelt wird, welche Personen für die zu besetzende Stelle gesucht werden sollen. Ist doch sicher eine einfache und gute Alternative zur langen Suche nach geeignetem Personal, oder?
Jetzt bin ich ganz schön vom Thema abgekommen, oder? Macht nichts, das durfte ruhig erwähnt werden. Ich habe mich sehr gefreut, ein wenig Zeit mit Omis Freundin verbringen zu dürfen. Sie ist so witzig und geistig wach, dass es jedes Mal eine Freude ist, mit ihr zu schwatzen. Natürlich haben wir auch von Oma gesprochen, aber so schlimm, wie ich befürchtet hatte, war es nicht, ich konnte gut damit umgehen.
Trotzdem liebe Omi Mary, ich vermisse dich an jedem Tag und hätte mit Freude deinen 91 Geburtstag noch mit dir gemeinsam gefeiert.

DSCN0018

Und auch meine geliebte Oma Ella, die uns viel zu früh verlassen hat, vermisse ich ganz arg.

DSCN0246Mädels, ihr habt mein Leben geprägt und bin unglaublich dankbar, dass ich euch hatte und lieben durfte!!!! ♥♥♥
 

6 Kommentare zu “Besuch im Ex-Pflegeheims meiner Großmutter

  1. Peggy

    Ich weiß was du meinst. Die Wohnung meiner Omi hast du ja kennengelernt und obwohl dort nicht mehr sehr viel an sie erinnert, spüre ich sie doch in jedem Zimmer. Meine Oma ist im Alter von 94 Jahren und 10 Tagen vor 8 Jahren gestorben und ich vermisse sie immer noch sehr. So viele Dinge die man noch hätte tun, so viele Worte die man noch hätte sagen wollen…! Ein einziger Kuss und ein einziges „ich hab dich lieb“, ich würde soviel dafür geben.
    Ich drück dich ♥

  2. Teamworkart

    So geht es mir mit meiner Mama. Obwohl es jetzt schon gut 1,5 Jahre her ist, dass sie gegangen ist, kommt es mir immer noch vor wie gestern. Ich vermisse sie auch schmerzhaft, aber wir sind alle froh und dankbar, dass ihr ein Pflegeheim erspart geblieben ist. Und ich hoffe auch sehr, dass ich nicht eines Tages dort landen muss. Vielleicht kommt es aber ja bald auch mal in den Köpfen der Verantwortlichen an, dass jeder Mensch das Recht auf ein würdiges Ende verdient hat, und nicht aus Kostengründen oder wg. Personalmangel nur noch physisch versorgt wird. Zumindest in der Beziehung hatte die Großfamilie früher deutliche Vorteile. Da hat die Oma trotz Schlaganfall in der Küche auf dem Sofa gesessen und war dabei…
    Und ich geh jetzt auch mal auf mein Sofa. Was gibt es (ent-)spannenderes als an einem verregneten Samstagnachmittag gemütlich eine Schnappi-Zusammenfassung zu schreiben? ; -)
    LG Sabine

    1. Sunny Autor des Beitrags

      Ja du hast recht, am besten ist es, wenn man die Möglichkeit hat die Lieben daheim zu behalten. Und gerade in der Pflege egal ob im Altenbereich, Hospitz oder generell, müsste eigentlich immer die Menschlichkeit vor dem Profit stehen. Dass das nicht so ist, haben wir wohl alle schon erfahren müssen.

  3. ClauDia

    ♥ jetzt hab ich ein Bild von ihnen, dankeschön. Ich hätte sie beide gern kennengelernt!
    Ich habe den Geruch meiner Großelternhäuser noch genau in der Nase, kennt ihr das? ♥ ich vermisse sie auch sehr, alle 4 waren so herzensgut, wenn auch sehr unterschiedlich.
    Sunny, ich weiß, wie sehr dich der Gang dorthin bedrückt hat und ich bin froh, dass es nicht sooooo schlimm war, wie gedacht! Ich drück dich ganz ganz fest!
    Knutschi *

    1. Sunny Autor des Beitrags

      Sind sie nicht klasse meine beiden Süßen? Meine Großväter kannte ich nicht so gut. Den Geruch kenne ich auch, ich glaube aber, das er sich auch viel im Gedächtnis niedergeschrieben hat und fremde Menschen ihn gar nicht so intensiv wahrnehmen. Omis Geruch habe ich für mich konserviert, ein paar Kleidungsstücke von ihr habe ich in einen großen Plastiksack gesteckt. Ich kann sie damit noch herrlich riechen. ♥

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