Als der Sommer eine Farbe verlor – Maria Regina Heinitz

Als der Sommer eine Farbe verlor – Maria Regina Heinitz

Kurzbeschreibung:
“Wir hielten uns im Geheimnis der Unendlichkeit auf. Wir standen mittendrin …” — Ein sorgloser Tag im Sommer ‘76 endet für Bénédicte und ihre Familie in einer Katastrophe. Kurz darauf zieht sie mit ihrem Vater Emil und dem jüngeren Bruder in die westfälische Provinz, wo Emil die Leitung einer Klinik übernimmt. Fragen nach ihrer Mutter Aimée, einer bekannten Malerin, begegnet er ausweichend. Sie erhole sich in einem Sanatorium, schreibt sie ihren Kindern – für ungewisse Zeit … — »Als der Sommer eine Farbe verlor« erzählt von zwei jungen Menschen, die lernen, ihr eigenes Glück zu finden. Eine wunderbar leuchtende Familiengeschichte über Liebe und Verantwortung, Verlust und Annäherung und darüber, was es heißt, erwachsen zu werden, ohne den Zauber der Kindheit zu verlieren. Quelle Amazon

An einem schönen Tag im Sommer 1976 hören Bénédicte und Marcel laute Musik auf ihrem Plattenspieler. Als sie ein Klopfen ihrer Mutter Aimée hören, stellen sie rasch leiser, denn sie vermuten, dass sich ihre Mutter in ihrem Atelier gestört fühlt. Kurz darauf macht Bénédicte in Mutters Zimmer eine furchtbare Entdeckung. Aimée liegt nach einem Selbstmordversuch in einer Blutlache im Bad. Kurz darauf entscheidet ihr Vater Emil mit den beiden Kindern nach Sprede in die westfälische Provinz umzuziehen, wo er die Leitung einer psychiatrischen Klinik übernehmen soll. Die Großmutter, ein sehr wichtiger Teil im Leben der Kinder, ist gegen diese Idee, doch Emil bleibt dabei. Ein chaotisches Leben zwischen Umzugskartons, täglichen Ravioliessen und der stets unbeantworteten Frage nach der Mutter beginnt. Bénédicte wird eine vermutlich vorübergehende Rotstörung attestiert, nachdem sie mit ihrem Bruder Marcel einen Unfall verursacht hat. Ihr Bruder schwört, dass Bénédicte ihn bei Rot über die Straße gezogen hat. Auch das Klopfen der Mutter spuckt in ihrem Kopf herum, hätte sie nachsehen müssen? In Sprede erzählt sich jeder, die Mutter der Familie sei gestorben und auch sonst werden sie eher mit Argwohn behandelt. Sehr langsam tasten sich Vater Emil, Bénédicte und Marcel ins neue Leben. Die neu eingestellte Haushälterin Gertrud hilft ihnen dabei, eine gewisse Normalität zu finden und den sehr gestressten Vater Emil zu entlasten. Bénédicte bekommt Termine bei einer Kinderpsychologin, mit der sie zuerst nicht recht warm werden will. Nach und nach werden erste Freundschaften am Ort geschlossen und die Kinder überraschen mit sehr kreativen und außergewöhnlichen Ideen der Freizeitgestaltung. Doch außer einigen spärlichen Briefen bekommen die Kinder weiterhin keine Informationen zu ihrer Mutter. Als Bénédicte ihre Freundin Susi und deren sehr interessante Familie kennenlernt, findet sie eine feste Stütze in ihrem Leben. Gemeinsam mit ihr stellt sie Thesen auf, was mit ihrer Mutter geschehen sein könnte. Denn an einen so langen Aufenthalt ohne wesentlich mehr Lebenszeichen in einem Sanatorium mag sie nicht recht glauben.

Fazit:
Die ersten 100 Seiten gingen für mich eher stockend voran. Wobei gesagt werden muss, dass diese außergewöhnliche Familiengeschichte einen gewissen Verlauf braucht, um die Tragweite der Geschehnisse abzuzeichnen. Danach konnte das Gleiten durch die Geschichte in schneller Fahrt beginnen. Bénédicte hat sich dabei ganz besonders in mein Herz katapultiert, weil sie trotz ihres eigenen Kummers immer einen Blick für das Unglück anderer aufrechterhalten hat. Dieses Buch ist ein Einblick in das Leben einer außerordentlichen Familie. Es gibt keinen wirklichen Höhenpunkt, sondern Einblicke in deren tägliches Leben nach dem Suizidversuch der Mutter. Trotzdem wird es nie langatmig, denn man ist darauf erpicht zu erfahren, wie sie mit ihrem Schicksalsschlag leben und ganz allmählich wieder auf die Füße kommen. Fünf von sechs Daumen für eine zarte, manchmal aberwitzige Familiengeschichte der besonderen Art von Maria Regina Heinitz.
Daumen Pic.Daumen Pic.Daumen Pic.Daumen Pic.Daumen Pic.

Diese Rezension sind abgearbeitete Aufgaben von Daggis Buch-Challenge 2015
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58. Lese ein Buch, das mehr als 333 Gramm wiegt.

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