Story ohne Namen Teil 11 / Woche 10

Schnapp-Wort

 

Dies sind Eure 39 Schnapp-Worte für die Story ohne  Namen in Woche zehn. Ich hoffe, ich habe keines vergessenen, falls ja bitte schreien ;-)

Teil 11 Woche 10/2013

Gemälde, Panzer, Strom, Beichtstuhl, erwarten, Wäscheleine, Präservativ, Märzenbecher, Wachturm, Frauenpower, Freundeskreis, Leidenschaft, Zitrone, Vogelspinne, Fischerboot, Veranstaltungsort, Magnet, Stimmung, Gartenlampe, Rennfahrer, Samtpfötchen, Waldweg, Inhaliergerät, bunt, Frühlingsboten, Gewinn, Abendrot, Schneeball, Fußball, Salat, Not, Pfote, Holzweg, Täuschung/täuschen, Stern, Staubfänger, Mickymaus, Welpe, Glauben, Tattoo

Bettina blieb noch eine Weile resigniert vor dem Terrarium stehen, beobachtete die Vogelspinne und den unversehrten Käfer. Sie musste unbedingt an das Passwort für Toms Computer gelangen. Während sie über ihre nächsten Schritte nachdachte, lächelte sie einer der Labormitarbeiter vor der Behausung der Spinne schüchtern an. Sie grinste breit zurück, ihren neuen Plan sekundenschnell im Kopf. Dieser Kerl würde es noch nicht einmal in ihren erweiterten Freundeskreis schaffen, doch mit ein wenig Geschick, war er in Sachen Information vielleicht ein Gewinn für sie.
„Wann haben Sie Feierabend“, fragte sie höflich. „Ich hätte Lust drüben im Café Stern ein Stück dieses Kuchens zu essen. Er schmeckt herrlich nach Zitrone, kennen sie ihn?“
Ihr Kollege trat unbehaglich von einem Bein aufs andere, er schien nervös.
„Kommen Sie, nur ein Stück Kuchen. Ich sitze nicht gerne allein am Tisch.“
Er tastete errötend in seiner Manteltasche, griff sein Inhaliergerät und nahm einen tiefen Hub: „Entschuldigung“ keuchte er erleichtert. „Ich bin in etwa zehn Minuten fertig. Wenn Sie so lange Geduld haben möchten?“
„Klar, ich kann es kaum erwarten“, erwiderte sie in gehobener Stimmung. Auf manche Männer schien ihre Frauenpower wie ein Magnet zu wirken, sie musste sich nicht einmal anstrengen.
„Bin gleich zurück“, erwiderte der Laborant und ging in Richtung Meßanlage davon.
Bettina nahm auf einem im Flur aufgestellten Stuhl Platz und wartete. ‚Er muss noch ein Welpe am Institut sein‘, erwog sie amüsiert. ‚Ich habe ihn noch nie gesehen, oder einfach nicht beachtet.‘
Normalerweise stand sie nicht auf Männer, von denen sie annahm, dass sie Mickymaus-Unterwäsche an Mamas Wäscheleine hängen hatten.
In Jeans und einem mit dem Wort „Beichtstuhl“ bedruckten T-Shirt kam er zu ihr zurück.
„Was ist das?“, fragte Bettina belustigt und zeigte auf den Schriftzug.
„Die Band, in der ich spiele, cooler Name, oder?“
„Und welche Art Musik kann man vom Beichtstuhl erwarten?
„Auf jeden Fall keine für Samtpfötchen, wir covern Metal Songs, bunt gemischt von vielen Bands. Hat nichts mit dem Glauben zu tun, auch wenn der Name das vermuten ließe“, erklärte er stolz und mit Leidenschaft in der Stimme.
Bettina ging voran: „Kommen Sie, Sie können mir im Café mehr davon erzählen. Es klingt, als müsse ich bei einem Ihrer nächsten Auftritte dabei sein. Wie heißen sie eigentlich?“
„Jochen Schröder, und ich weiß bereits, wer Sie sind.“
Sie grinste und ging durch die Drehtür am Ausgang. Der Typ wurde ihr langsam sympathisch. Sie überquerte die Straße und würdigte den älteren Herrn mit Hut, der stumm den Wachturm in die Höhe hielt, keines Blickes.
Im Café war nur noch ein Tisch frei, auf den sie zielstrebig zusteuerte und Platz nahm.
„Setzen Sie sich“, forderte sie Schröder auf.
Bettina kam gerne hierher, die Dekoration lud zu einem längeren Aufenthalt ein. Auf den Tischen, die von Gartenlampen erleuchtet wurden, standen täglich frische Blumen. Heute waren es Märzenbecher in kleinen Zinkeimern. ‚Hübsche Frühlingsboten‘, dachte sie abwesend, bevor sie versuchte das Gespräch in die richtige Richtung zu lenken.
„An welchen Veranstaltungsorten spielt ihre Band so?“
Schröder lächelte schüchtern: “Im Moment an keinem, aber wir hatten schon mal einen Auftritt. Im Fischerboot draußen am Waldweg kennen Sie den Club?“
Bettina verneinte, nahm die Karte, warf einen kurzen Blick hinein, und schob sie über den Tisch zu ihm. „Nehmen sie den Schneeball, das ist der Kuchen, von dem ich Ihnen erzählt habe.“
„Wenn es Ihnen nichts ausmacht“, erwiderte er nach kurzem Blick in die Karte, „würde ich lieber das Rennfahrer-Frühstück essen. Wenn ich richtig gelesen habe, gibt’s es das hier während der gesamten Öffnungszeit. Ich habe einen Bärenhunger, bin schon seit sieben Uhr früh im Institut um Toms Ergebnisse zu kontrollieren. Und sehen Sie“, er deutete zum Fenster, „draußen sieht man schon das Abendrot.“
Bettina jubilierte stumm.
Die Kellnerin war an ihren Tisch getreten und hatte den letzten Teil ihrer Unterhaltung zwangsläufig mitbekommen: „Entschuldigen Sie, reden Sie über den Pflanzen-Tom, drüben aus dem Institut?“
Bettina sah sie erfreut an, noch eine potenzielle Informationsquelle. Sie konnte ihr Glück kaum fassen, gab sich dennoch kühl: „Obwohl ich es sehr unhöflich von Ihnen finde, sich in die Unterhaltung fremder Menschen einmischen, ja. Kennen Sie ihn von hier?“
Die junge Frau gab schüchtern zurück: „Es tut mir leid, ich wollte nicht taktlos sein. Aber mein Sohn spielt bei ihm Fußball und er kann es kaum erwarten, dass er wieder zurück ist. Tom ist sein Lieblingstrainer.“
Sie zeigte auf ein Foto, das hinter dem Tresen hing. Die gesamte Mannschaft grinste mit all ihren Zahnlücken glücklich in die Kamera.
„Wenn ich sie so fröhlich sehe, bin ich einfach glücklich. Kein Gemälde der Welt ist so schön wie diese Fotografie!“
Bettina konnte die Freude der Frau nicht nachvollziehen. Sie hasste es, wenn Menschen sich nur über ihre Kinder identifizierten. Mit benutztem Präservativ hätte dieses Mädel nichts mehr, worüber sie stundenlang schwärmen konnte. Doch diese Frau konnte mehr über den Wissenschaftler wissen, deshalb tat sie angetan und antwortete:“ Holen Sie es mal rüber. Welcher von diesen süßen Rackern ist denn Ihrer?“ ‚Auf diesem ollen Staubfänger, ergänzte sie gedanklich und grinste noch breiter.

 

Ursula stand unter Strom. Es war ihr durchaus bewusst, dass sie mit ihrem Verhalten die gesamte Gruppe in Gefahr brachte. Stumm starrte sie den Kerl, der sich drohend vor ihr aufgebaut hatte, an.
„Wir wollen von Ihnen wissen, wo dieser Tom Werner ist! Das habe ich schon mehrfach gefragt.“
Er packte Ursula an ihren Oberarmen und begann sie zu schütteln. Auf seinem rechten Handrücken blitzte ein Eidechsen Tattoo auf.
„Nehmen Sie ihre Pfoten weg“, kreischte sie und wand sich heftig: „Wenn Sie glauben, dass wir Ihnen helfen, sind Sie auf dem Holzweg. Zudem wissen wir überhaupt nicht, wo er seit heute früh abgeblieben ist. Ich wüsste das auch gerne, doch zu allererst interessiert es mich brennend, was Sie von ihm wollen?“Matthias stand fassungslos bei der Gruppe. Was war nur in seine Frau gefahren? So hatte er sie noch nie erlebt. Sonst so sanftmütig musste sie ausgerechnet jetzt ihren weiblichen Rambo entfesseln und sie hatten den Salat. Er ging näher an sie heran, um ihr in der Not beistehen zu können.
Der Chilene schüttelte angewidert den Kopf: „Das geht Sie nichts an. Wo haben Sie ihn zuletzt gesehen? Jetzt spucken Sie es endlich aus!“Ursula heulte auf und streckte die Arme in die Luft und rief: „Sie wollen es nicht kapieren, oder? Wir sagen es Ihnen nicht. Selbst wenn Sie mit einem Panzer vorfahren und mich bedrohen. Nicht bevor ich endlich weiß, warum wir von Ihnen terrorisiert werden. Und versuchen Sie ja nicht uns weiszumachen, dass Sie Tom in irgendeiner Weise helfen wollen. Ich lasse mich nicht von Ihnen täuschen.“

 

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9 Kommentare von "Story ohne Namen Teil 11 / Woche 10"

  1. März 16 - 16:31 | Permalink

    die micky maus hast du ja wirklich klasse eingebaut :D gefällt mir immer besser!
    und nächste woche geht es weiter, habe mir schon was gemeines ausgedacht für dich :)
    wünsche dir noch ein schönes wochenende :)

    • Sunny's Gravatar Sunny
      März 16 - 19:35 | Permalink

      Hallo Danny,
      gemeine Sachen sind manchmal einfacher als die vermeintlich einfachen, mal sehen :-D

  2. Iris's Gravatar Iris
    März 16 - 18:15 | Permalink

    Mir gefällt am besten die Verwendung des Wachturmes ;)

    • Sunny's Gravatar Sunny
      März 16 - 19:35 | Permalink

      ;-) ich musste auch ein wenig grinsen, als mir der so in den Sinn kam.

      • März 16 - 21:10 | Permalink

        das hat mir auch sehr gefallen :D
        und Bettinaaaaaaaaaaaaaaaaaaa… die Schlaue ♥
        Toll geworden, Liebes… ich freu mich auf nächste Woche!!!
        Knutsch

  3. März 16 - 22:41 | Permalink

    ahhh, gröhl, toll wie du das machst. Selbst das Präservativ hast du super gut eingebunden. Genial. Ich habe meinen Artikel für morgen auch vorbereitet, hehe! LG Romy

  4. März 17 - 14:30 | Permalink

    Hihihihihi…wie genial…Mickey Maus Unterwäsche…also ich hätt ja mit allerhand gerechnet, aber nicht mit dieser Variante…. *lach*…echt klasse …

    • Sunny's Gravatar Sunny
      März 17 - 14:36 | Permalink

      Ich musste mir den jungen Laboranten einfach bildlich vorstellen, schon hat es Klick gemacht :-D

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